Lenken im Kanu


Meist ist es ja nicht damit getan, dass man nur gerade aus fahren möchte, daher gibt es einige Möglichkeiten, das Kanu zu lenken und in jene Fahrtrichtung zu drehen, in welche man paddeln möchte. Die wichtigsten möchten wir hier kurz vorstellen und beschreiben.


  • Bogenschlag

Der Bogenschlag dient zur schnellen Drehungen des gesamten Kanus, aber auch zur Stabilisierung beim Kehrwasserfahren.

Er kann entweder vorwärts oder rückwärts ausgeführt werden, je nachdem, in welche Richtung sich das Boot drehen soll. Die Techniken im C1 oder C2 sind etwas verschieden, aufgrund der ursprünglich unterschiedlichen Drehpunkte der Boote. Durch die entsprechende Technik kann man aber auch beim C2 den Drehpunkt in die Mitte des Bootes verlagern.

  Der Bogenschlag kann entweder vorwärts oder rückwärts ausgeführt werden.

a)    Bogenschlag Vorwärts:

–       im C1 führt der Paddler mit dem Paddel einen Bogen, von der Bugspitze zum Heck aus.

–       im C2 führt der Vordermann einen Bogen vom Bug bis auf Höhe seines Sitzes aus (90 Grad), der Hintermann macht einen Vorwärtsbogen von Höhe seines Sitzes bis zum Heck.

–       Drehung jeweils aus der Hüfte

–       Beide Hände werden tiefer geführt, dadurch erreicht man einen größeren Rotationsradius

 

b)    Bogenschlag Rückwärts:

 –       im C1 führt der Paddler mit dem Paddel einen Bogen, von der Spitze des Hecks zur Bugspitze aus.

–       im C2 führt der Vordermann einen Bogen von Höhe seines Sitzes  bis zur Bugspitze aus (90 Grad), der Hintermann macht den Rückwärtsbogen vom Heck bis auf Höhe seines Sitzes.

–       Drehung jeweils aus der Hüfte

–       Beide Hände werden tiefer geführt, dadurch erreicht man einen größeren Rotationsradius

 

Im C2 ist zudem wichtig, dass der Vordermann und der Hintermann den Bogenschlag jeweils in entgegengesetzter Richtung durchführen, damit sich das Boot auch wirklich dreht.

 

  • Heckhebel / Stauen
Der Heckhebel dient zum Reduzieren der Geschwindigkeit und auch zum Lenken. Dabei geht, bei gleicher Paddelhaltung, die Ziehbewegung des Grundschlags in eine seitliche Druckbewegung über und dadurch wird das Wasser vor dem Paddel auf-„gestaut“ (der Druck auf die aktive Paddelblattseite beim parallel Ziehen wird vom Druck auf die passive Paddelseite beim Stauen abgelöst).

Grundsätzlich kann man den Heckhebel auch für Kurskorrekturen beim Geradeausfahren verwenden, allerdings empfiehlt es sich nicht unbedingt, da man jedesmal bremst und daher an Fahrtgeschwindigkeit verliert.

 

  •  V-Lenkung und statischer Ziehschlag (Duffek)

Früher galt der Spruch „hinten lenkt, vorne denkt“ und der Bugpaddler diente nur als „Motor“. Mittlerweile hat sich aber die Technik so verändert, dass dieser Spruch fast umgedreht werden könnte – es lenken beide und es denken beide, wobei der Vordermann für die schnellen Korrekturen und der Hintermann für die grobe Fahrtrichtung verantwortlich sind. Wichtig ist auf alle Fälle immer, dass man sich im Boot entsprechend abspricht.

 

 

 

Der Duffek ist eine besondere Anwendungsmöglichkeit der V-Lenkung und dient für stärkere Kurskorrekturen und ist heute der Inbegriff des modernen Lenkens im Kanusport (im C2: nur der Vordermann). Grundvoraussetzung ist, dass das befahrene Gewässer fließt oder man zumindest schneller ist, als das Wasser.

Eigentlich handelt es sich beim Duffek um eine Art statischen Ziehschlags – d. h. das Paddel wird dabei sozusagen geankert. Der Duffek ist somit eher als Manöver zu betrachten, bei welchem zuerst das V zur Richtungsänderung gemacht wird und anschließend das Paddel als Anker verwendet wird, an welchem man sich nach vorne „zieht“. Hierbei steht das Paddelblatt zuerst parallel zur Fließrichtung und wird dann langsam nach außen gedreht (=geöffnet) wird, wodurch sich das Boot um das Paddel herum bewegt, je nachdem, wie weit man das V öffnet.

Dieser Schlag ist der effektivste und dadurch auch wichtigste Schlag für Richtungsänderungen im Wildwasser im C1 und im C2 (nur vom Vordermann ausgeführt). Man braucht diesen Schlag teilweise beim Seilfähren, beim Kehrwasserfahren und auch beim Ein- und Ausschlingen.

 




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